Häufig gestellte Fragen

1.  Was ist eine Ikone in der christlichen Tradition?

Nach der alterwürdigen christlichen Tradition ist eine Ikone ein Fenster zur Heiligkeit, zum Himmel. In ihr oder durch sie kann man in die Gegenwart Gottes kommen oder die Welt und die Ewigkeit durch die Augen Gottes betrachten. Die Ikone betrachtend, kann eine Person in die geistliche Welt vordringen und sich dem was heilig ist nähern. Eine Ikone erlaubt einem, die Zeit aus göttlicher Perspektive zu erfahren. Alles was in er Ikone stattfindet, ereignet sich simultan und immerwährend. Sie erlaubt es wahrzunehmen was unsichtbar ist  und zu begreifen was ewig und unzerstörbar ist, das heißt die geistliche Welt zu meditieren. Und weiter erlaubt sie dem Gläubigen sich in direkte Beziehung mit Gott und der Gottesmutter zu begeben, oder den Heiligen. Eine Ikone ist das Gebet einer Person, eine Hymne an die Herrlichkeit Gottes. Sie ist ein Kanal der Gnade. Einige sagen ungeschminkt, dass Energie von der Ikone ausgeht. Tatsache ist, dass viele Menschen eine „Berührung“ mit Gottes Gegenwart erfahren, wenn sie in dessen Tiefen eindringen. Dank dessen, wirkt Gott viele Zeichen, geistliche und körperliche Heilungen. Es wird sogar gesagt, dass die meisten verehrten Ikonen „Wunderwirker“ sind.

 

2. Wie wird eine Ikone gelesen?

Während sie die Realität der Welt wahrt, die sie abbildet, so ist die Ikone zur gleichen Zeit eine einzigartige Sprache, das gemalte Wort Gottes, das lebendige Evangelium. Deswegen werden Ikonen weniger gemalt als geschrieben. Sie gebrauchen Farbe, „Glanz“, Form, Symbol und den Ausdruck der Proportion, wie auch die umgekehrte Perspektive. Diese spezielle Sprache der Ikone ist weithin bekannt im Osten. Der Westen war von dieser Tradition in gewisser Weise abgekommen und soll wiedererweckt werden. Zum Beispiel bedeutet Gold Heiligkeit, Unsterblichkeit, Ewigkeit. Die Figuren unseres Herrn Jesus und unserer lieben Frau haben traditionell bunte Gewänder, die ihre Naturen anzeigen. Gesten sind besonders wichtig. z.B. die Form der Hände der segnenden Hände. Die Figuren in Ikonen werden immer frontal abgebildet, was ihre Realität und Wahrheit bezeugt. Die Augen schauen gleichzeitig in das Innere und auf die Ewigkeit. Gleicherweise sind die Ohren auf das Innere gerichtet, und lauschen der Stimme Gottes.

Die Ikonentypen sind strickt eingeteilt. Beispielsweise gibt es verschiedene Arten die Gottesmutter abzubilden:

HODIGITRIA – Eine Führerin, die den Weg weist.
ELEOUSA –  das Kind Jesu, dass sich ihrem Gesicht anschmiegt.
ORANTA – die Betende und viele andere. Bekannte Ikonen eines definierten Typus tragen ihren eigenen Namen. So verhält es sich auch mit jenen weithin bekannten und ältesten Ikonen wie der von Tschenstochau, die eine HODIGITIRA ist und die Vladimir Ikone, die eine ELEOUSA ist. Am wichtigsten jedoch ist die Verbindung einer lebendigen geistlichen Beziehung zwischen himmlischen und irdischen Welten. So können wir beim Betrachten der Realität in der Ikone eine Verbindung zur Welt des Heiligen herstellen. Wenn man diese beeindruckende Sprache nicht gut versteht, kann man sich von den inspirierenden Eindrücken einnehmen lassen, die eine Person befallen, wenn sie vor der Ikone betet.

Als ein Bild kann und soll nicht Objekt der Anbetung sei, da das Bild nicht Gott selbst ist. Es macht den geistlichen Kontakt mit Gott und den Heiligen nur möglich und vereinfacht ihn.

 

3. Die Rolle des Ikonographen

Ein Ikonograph übergibt seine Hände, Talente, seinen Geist und sein Herz in den Dienst des Evangeliums. Seine Aufgabe ist es den Weg zur Gegenwart Gottes zu öffnen. Um dies zu bewerkstelligen, soll er gehorsam nach dem Kanon der traditionellen Ikonografie arbeiten. Er darf nicht seine eigene Sicht der Dinge einbinden, die Sprache der Ikone verändern und Innovationen einführen. Er soll demütig und geduldig die altehrwürdigen Beispiele nachahmen. In der Praxis greift die Idee der Kopie nicht, da jede gesegnete Ikone ein Weg ist, welcher zu der authentischen Gegenwart der abgebildeten Person führt. So ist jede Ikone ein wahres Original. Alle Änderungen sollen in den Rahmen des biblischen Kanons eingefügt sein. Um den Weg zu der göttlichen Realität zu zeigen und eine Person zu Gott zu führen, muss der Ikonograph selbst diesen Weg beschreiten. Das ist sein persönliches Geheimnis. Er tut dies, während er betet, fastet und seine Arbeit Gott weiht. Wenn er das nicht tut, wird die Ikone, die er schreibt, tot sein. Er soll auch völlig transparent sein. Nach der alterwürdigen christlichen Tradition hat die Ikone keinen menschlichen Autor. Ikonen werden nicht wie Gemälde signiert, da der Autor der Ikone Gott selbst ist.

 

4. Auf welche Weise unterschiedet sich die Ikone von einem Gemälde oder einer Abbildung?

Die Sprache der Ikone basiert auf der heiligen Schrift, der exklusiven Art der Evangelisation. Sie wird deswegen von einem strickten Kanon geleitet, der nicht verändert werden soll, so wie keine „freien“ Übersetzungen der Heiligen Schrift erlaubt sind. Ein Maler ist der Schöpfer seiner Malerei, in der er seine Weltsicht präsentiert. Ein Ikonograph soll sich demütig dem Kanon und dem Inhalt der Sprache ergeben, um den Lehren der Kirche treu zu bleiben.

 

5. Warum die Tschstochau Ikone?

Die Tschstochau Ikone ist im Hodigitria Typus, d.h. Führerin für den Weg“, geschrieben. Das bedeutet, dass Unsere Frau uns zu Christus führt, uns den Weg zu Gott zeigt, dem Geber des Lebens. Daher zeigt ihre rechte Hand auf Christus. Wie eine liebende Mutter schützt sie das Leben.

Nach der alterwürdigen christlichen Tradition ist die Tschenstochau Ikone eine der ältesten Ikonen und wurde vom heiligen Evangelisten Lukas auf der Oberfläche eines Tisches im Haus Mariens in Nazareth geschrieben. Sie wird auf der ganzen Welt verehrt.

Es gibt eine wohlbekannte Prophetie durch Serafin Sarowski, ein großer orthodoxer Heiliger, Mönch, Eremit und Asket der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Er sagte, wenn Russland sich nicht bekehre, wird ein Strom von Blut fließen und es wird starke Verfolgungen geben. Aber danach wird Gott Russland Zeit geben sich zu Ihm zu kehren und dafür sollen wir vor der Tschenstochau Ikone beten. Er starb 1833 und die Erscheinungen fanden erst 1917 statt.

Tschenstochau Ikone wurde in Polen in einem Kloster der Paulinen Väter in Jasna Gora gefunden, im Zentrum Europas. In dieser Ikone trifft der Osten auf den Westen und der Norden auf den Süden. Sie ist in der ganzen Welt bekannt.

Repräsentanten der orthodoxen Bewegung aus Russland wählten die Tschenstochau Ikone für die Pilgerreise, da sie am meisten verehrte und bekannteste Ikone ist, die Ost und West verbindet. Am 28. Januar 2012 beteten in Jasna Gora Leiter der Prolife-Bewegungen von 18 Ländern vor der Ikone und machten feierlich einen Akt der Hingabe zum Schutz der Kultur des Lebens und der Liebe in die Hände ihrer Mutter und Helferin.  Zur gleichen Zeit wurde die Replik der Ikone, der Pilgerreise durch die Welt „Von Ozean zu Ozean“ gewidmet, mit dem Orginal berührt und gesegnet.

 

6. Ein wenig Geschichte

Die dokumentierte Geschichte der Tschenstochau Ikone fing 1382 an, als sie den Paulinen Väter bei Jasna Gora von Wladyslaw durch Prinz von Opole übergeben und geschenkt wurde. Gemäß seiner schriftlichen Erklärung, erhielt er sie in Belz, Rus. Um über die Geschichte der Tschenstochau Ikone etwas zu lernen, müssen wir zuerst die christliche Tradition betrachten, die mit Nachdruck daran festhält, dass sie einer der ältesten Ikonen ist, geschrieben durch den hl. Lukas, den Evangelisten, auf der Oberfläche des Tisches des Heimes unserer Lieben Frau in Nazareth. Sie wurde schließlich nach Byzanz gebracht. Es gibt dort nachhaltige Beweise, dass sie in Byzanz gewesen ist. Darauf wurde sie nach Rus als Hochzeitsgeschenk gebracht. Auf Grund des Fehlens von einigen historischen Beweisen, gibt es Diskussionen unter den Spezialisten mit ihren verschiedenen Hypothesen, wann und wo sie entstand und woher sie kam.

Das Trägermaterial dieser Ikone besteht aus drei Tafeln, die keine Verstärkung durch spezielle Einbuchtungen auf der Rückseite erhalten hat. Bei einer Tischplatte wären auch keine Verstärkungen nötig. Im Lauf der Geschichte erlitt die Ikone zweimal eine Durchspaltung und wurde wiederhergestellt. Der größte Schaden entstand 1430, durch einen Raubzug gegen das Kloster der Paulinen Väter in Jasna Góra. In einem aggressiven Akt der Profanierung, wurde die Ikone ihrer silbernen Abdeckung beraubt, die mit vielen Schmuckstücken besetzt war. Sie wurde in drei Teile zerbrochen und das Gesicht Unserer Lieben Frau zweimal mit einem Schwert geschlitzt. Nach der Restauration wurden die Narben auf der Wange Unserer Lieben Frau belassen. Diese machen bis zum heutigen Tag großen Eindruck. Sie sind ein Hauptcharakteristikum der Tschenstochau Ikone.


Die Replik, die der Pilgerreise gewidmet ist, wurde in Polen hergestellt. Sie wurde mit dem Original berührt und durch Erzbischof Stanislaw Nowak gesegnet, dem Metropolitan von Tschenstochau. Sie hat die gleiche Größe des Originals und wurde auf einer soliden Lindenholztafel geschrieben. Sie wurde auf traditionelle Weise angefertigt, indem Eitempera und natürliche Farben zur Anwendung kamen, wie auch 23 Karat Blattgold. Elemente wurden hinzugefügt, die für kanonische orthodoxe Ikonen notwendig sind und die im Laufe der historischen Restaurationen und dem Übermalen verschwunden waren. Diese sind: Ein Kreuz im Heiligenschein Christi ( mit Weisgold und Gold gemacht), eine der Lilien auf dem rechten arm wurde zu einem Stern verändert ( es sollten drei Sterne sichtbar sein, auf den Armen und auf der Stirn, welche anzeigen, dass Maria eine Jungfrau vor, während und nach der Geburt Christi war. Das Kind Jesu ist der dritte Stern) und die altehrwürdigen orthodoxen Inschriften auf dem Hintergrund zeigen an, wer auf der Ikone abgebildet ist. Ein Charakteristikum der Replik sind die Tränen auf der linken Wange Unserer Lieben Frau.


Die Leiter der Prolife-Bewegungen aus 20 Ländern, sind Mitglieder des Komitees der internationalen Pilgerreise, die entschieden eine Pilgerreise von „Ozean zu Ozean“ zu machen, zum Schutz des Lebens, von Vladivostok nach Fatima.

Durch die Zeit wurde Unsere Liebe Frau von Tschenstochau mehrere Male mit päpstlichen Kronen gekrönt. Der selige Johannes Paul II hielt die Ikone von Tschenstochau in großer Verehrung und kam mehrere Male nach Jasna Góra. Als persönliche Reliquie gab er der Gottesmutter seine Stola, die durch den Mordversuch auf dem Petersplatz blutbeschmiert war. Sie wird in einer speziellen Kapsel aufbewahrt, die sich über dem Altar neben der Ikone befindet.

Die Polen verehren die Ikone von Tschendstochau sehr und besuchen sie oft. Sie erkennen Maria als ihre Mutter und Königin an. Sie kommen zu ihr, mit all ihren Problemen. Millionen von Menschen besuchen das Kloster bei Jasna Góra.

Trotz der starken Bindungen zu Polen, kann nicht behauptet werden, dass sie ausschließlich polnisch ist. Sie ist in vielen Ländern der Erde bekannt und wird dort verehrt. Ihre Entstehung ist zweifellos mit dem Beginn der Christenheit und mit Byzanz verbunden. Sie hat auch Verbindungen mit Rus. Auch wird die Ikone von der orthodoxen Kirche und anderen westlichen Glaubensgemeinschaften verehrt. 

Zusammengefasst: Die Tschenstochau Ikone ist ein der heiligsten Reliquien der Christenheit und wird in der ganzen Welt verehrt.

 

7. Die Tschenstochau Ikone in Russland

Die Tschenstochau Ikone ist in Russland bekannt und geschätzt. Die orthodoxe Kirche verehrt sie als eine der ältesten der so genannten lukanischen Schule. Sie wird in orthodoxen Häusern angetroffen. Heiligenbildchen, welche die Ikone abbilden, sind in Russland weit verbreitet. Sie wird als eine alterwürdige orthodoxe Ikone angesehen, die aus Byzanz kommt und auch in Rus in Belz gewesen war. Alte und neue Repliken sind oft in orthodoxen Kirchen zu finden. Der orthodoxe Name für die Ikone ist: "unbezwingbarer Sieg“. Die Hymne „Siegreiche Königin“ wird ihr zu Ehren gesungen. Sie ist die Patronin für jene, die eine Wiederherstellung der nationalen- und der Familienwerte erstreben.

 

8. Welche Inspiration steht hinter die Pilgerreise „Von Ozean zu Ozean“ mit der Ikone aus Tschenstochau?

Die Ikone wurde der russisch orthoxen Prolife-Bewegung vorgestellt, deren Leiter entschieden, sie in einer Prolife Pilgerfahrt durch Russland zu transportieren, beginnend in Vladivostok, das im fernen Osten an der Küste des Pazifiks liegt. Das Ziel musste definiert werden und die Möglichkeit weiter nach Europa und Fatima bis zu der Küste des Atlantiks zu kommen, wurde in Erwägung gezogen. Die Leiter der Lebensschutzbewegungen Europas kamen nach Tschenstochau und bildeten ein internationales Komitee und nahmen die Idee mit Freude auf. Obwohl es zuerst als ein unmögliches, nicht praktikables Konzept erschien, wurde die Pilgerreise „von Ozean zu Ozean“ eine Realität.

Gemäß alter Bräuche brachten Christen eine heilige Ikone zu Zeiten der größten Bedrohungen und Kriege, wie die Arche des Bundes, in die Frontlinien, und baten Gott um Hilfe. Heute möchten wir die Ikone unserer Lieben Frau von Tschenstochau mit in die Frontlinie des großen Kampfes der Kultur des Lebens nehmen, die von der immer stärker werdenden und sehr aggressiven Kultur des Todes angegriffen wird.

 

9. Warum beherbergen sowohl orthodoxe als auch die katholische Kirchen die Tschenstochau Ikone während der Pilgerreise?

Die Pilgerreise der Tschenstochau Ikone „Von Ozean zu Ozean“ durch die Welt zum Schutz des Lebens ist eine gemeinsame Initiative von Prolife-Bewegungen aus verschiedenen Ländern und der internationalen Organisation Human Life International. Die Replik der Tschenstochau Ikone wurde mit dem Original berührt und in Jasna Góra gesegnet. Sie ist ein Geschenk der polnischen Prolife-Bewegung an die Russische Prolife-Bewegung. Die Leiter der Bewegung im Osten sind orthodox, während die Mehrheit im Westen katholisch ist. Sie sind alle zu ihren Bischöfen gegangen, um für den Segen und die Annahme der Pilgerikone zum Schutz des Lebens zu bitten. Aus diesem Grund beherbergt die orthodoxe Kirche in Russland die Tschenstochau Ikone, jedoch in Belarus haben beide Kirchen an der Route und den Tagungsorten mitgewirkt. Die katholische Kirche beherbergt sie in Polen, Ungarn und in Spanien. Bis zum bestmöglichen Ausmaß wird die Ikone auch orthodoxe Kirchen im Westen besuchen. Die kultische Verehrung der Gottesmutter in der Tschenstochau Ikone und der Schutz des Lebens und seiner Würde sind mächtige Elemente, welche beide Kirchen einen.

 

10. Warum ist die Tschenstochau Ikone so wichtig für den Lebensschutz?

Die christliche Tradition bezeugt, dass Unsere Liebe Frau von Tschenstochau von dem hl. Lukas, dem Evangelisten, auf der Tischplatte der Hauses Mariens in Nazareth geschrieben wurde. Auf dieser Ikone wird Maria als Hodigitria, eine Führerin, abgebildet, eine Mutter die den Weg weist. Ihre rechte Hand weist auf Christus. Die heutige Bedrohung der Kultur des Lebens und der Liebe hat globalen Charakter. Lebensschützer glauben, dass sie keine Chance haben, den Kampf gegen die extrem aggressive Kultur des Todes zu gewinnen. Sie bitten die Gottesmutter um Hilfe, die das Leben schützt und den Kopf der alten Schlange zertreten hat. Sie entschieden sich für die Tschenstochau Ikone als die am meisten bekannte und vereinende Tradition im Osten wie auch im Westen. Sie standen vor der Tschenstochau Ikone, und weihten ihr den Schutz der Kultur des Lebens und der Liebe. Die Pilgerreise ist ein großer Glaubensakt des Sieges. Nicht umsonst trägt die Ikone im Osten den Namen „ Unbezwingbarer Sieg“

 

11. Gute Webseiten zur Information über Ikonen.

1. http://campus.udayton.edu/mary/resources/icon4.html
2. http://lemko.org/books/ikony/index.html
3. http://www.traditionaliconography.com/theology.asp