(Y)ES zu Unserer Lieben Frau in Istrien

Am Montag, dem 24. September verließ die Ikone unserer Lieben Frau von Jasna Gora die Kathedrale in Krk und machte sich auf nach Istrien, der größten Halbinsel Kroatiens. Auf der istrischen Seite des  Ucka-Tunnels wurde die Jungfrau Maria von Pfarrer Krzysztof, dem Leiter des Büros für Familienpastoral der Diözese Porec-Pula und von Frau Andelina Greblo begrüßt; mit dabei waren auch einige Mitglieder von aktiven Gebetsgruppen und Familien aus Istrien.

 

Die Organisatoren in Istrien hatten mehr Zeit zur Verfügung als die anderen Gastgeber in Kroatien, und konnten so mehrere Stationen vorbereiten, um die Jungfrau Maria zu verehren. Die erste davon war Pula, berühmt für sein gut erhaltenes römisches Amphitheater. Die Ikone wurde die Stufen zur St. Franziskus Kirche hinaufgetragen, wo sie von den Gläubigen herzlich begrüßt wurde. Die Heilige Messe wurde von Pfarrer Rodak zelebriert, einem Pauliner, der in Polen geboren ist, und seit vielen Jahren in Kroatien seinen pastoralen Dienst tut. Er ist weithin bekannt für seine geistliche Begleitung von Pilgerreisen nach Polen, die er regelmäßig organisiert und  bei denen Jasna Gora ein unvermeidliches Ziel ist.

Auf dem Weg zu ihrem Tagesziel, dem Pauline Kloster in Sveti Petar u Sumi (St. Peter in den Wäldern) wurde Unsere Liebe Frau an drei weiteren Orten (Vodnjan, Svetvincent, Zminj) willkommen geheißen, wo sie Halt machte ohne den Anhänger zu verlassen. An allen diesen Orten waren die Gläubigen hocherfreut und den Organisatoren dankbar, dass sie die Möglichkeit erhielten, die schwarze Madonna von Tschenstochau in ihren Pfarreien zu empfangen.

Das Hauptereignis des Tages wurde in der Pfarrei St. Peter und St. Paul in Sv. Petar u Sumi veranstaltet, zu dem einige hundert Gläubige aus ganz Istrien angereist waren, um der Jungfrau Maria zu begegnen. Nach dem gemeinsamen Beten der Freudenreichen Geheimnisse des Rosenkranzes feierte Pfarrer Czeslav Bielen, der Prior des Klosters, die Heilige Messe. In seiner Predigt betonte er, dass nicht die Ikone das wirklich Wichtige sei, sondern das, was die Jungfrau Maria uns durch sie sagen will. Die Kirche war übervoll von Gläubigen, so dass einige sich nicht mal mehr hineinquetschen konnten, sondern draußen bleiben mussten. Nach der Messe begann die Nacht-Vigil vor der Ikone, die von verschiedenen Gruppen angeregt worden war, unter anderen der „Bewegung für die Ungeborenen“. Dem Kloster gehört das erste Pauliner Center für das ungeborene Leben in Kroatien an, das im September 2004 gegründet wurde, wie auch die Kapelle „Maria, Mutter des Lebens“, die im Dezember desselben Jahres eingeweiht wurde.

Die Vigil dauerte bis zum nächsten Morgen, dem 25. September. Die ganze Nacht über war die Kirche voll und die Laudes wurde von Priestern und Gläubigen gemeinsam gebetet; darauf folgte die Morgenmesse. Um neun Uhr begann dann die Abschiedszeremonie. Es war ein besonderer Moment, als die Kinder der örtlichen Schule kamen, um sich zu verabschieden. Sie winkten der Jungfrau Maria mit ihren weißen Taschentüchern zum Abschied zu, als sie sich nach Umag aufmachte, dem letzten Ziel auf ihrer Reise durch Kroatien.

Die Begrüßung der Ikone fand auf jenem Platz in der Nähe der Pfarreikirche „Himmelfahrt der Seligen Jungfrau Maria“ statt, wo St. Peregrin, als Martyrer starb. Nach einer herzlichen Begrüßung wurde die Ikone in die gefüllte Kirche gebracht, wo die Gläubigen zusammen mit ihrem Pfarrer der Jungfrau Maria mit Gebeten und traditionellen Marienliedern die Ehre erwiesen.

Währenddessen wurde der Anhänger an ein anderes Fahrzeug umgehängt.Nach dem Programm in der Kirche war Unsere Liebe Frau bereit, sich von Istrien und Kroatien zu verabschieden, um sich auf den Weg nach Italien zu machen. Das Abnehmen der Kroatischen Flagge beim Passieren der Landesgrenze markierte das Ende des kroatischen Teils der Pilgerreise.

Zum Abschluss war interessant festzustellen, dass die Reiseroute Unserer Lieben Frau die Form eines „Y“ auf der Halbinsel Istrien markierte, wo die höchste Zahl von Abtreibungen und Scheidungen vollzogen werden. Wir wollen hoffen, dass dieses „Y“ ein YES zur Jungfrau Maria und zu einer Kultur des Lebens und der Liebe bedeutet, und dies nicht nur in Istrien sondern für ganz Kroatien.


Peter Kasimir Hodzič