6. Tag - Unsere Liebe Frau von Tschenstochau besucht Erfurt

Über 100 Gläubige feiern einen Mittagsgottesdienst in St. Ursula

Erfurt 29.10.2012. Auf ihrer Reise "Von Ozean zu Ozean" machte die Ikone Unserer Lieben Frau von Tschenstochau Station in der Ursulinenkirche am Anger. Im Juni begann ihre Reise in Wladiwostok am Pazifik, ehe sie im Dezember Fatima in Portugal am Atlantik erreichen wird.

Es handelt sich um eine Kopie des polnischen Gnadenbildes von Jasna Góra in Originalgröße. Am 28. Januar 2012 wurde es nach dem Ritus der Pauliner Mönche mit dem Original in Berührung gebracht und dann vom damaligen Erzbischof Stanislaw Nowak, dem Metropoliten von Tschenstochau geweiht.

Bedingt durch die Reiseroute wurde die Pilgerfahrt des Gnadenbildes zu einem Zeichen ökumenischer Verbundenheit von russisch-orthodoxer und römisch-katholischer Kirche. Schließlich hatte der "Außenminister" des Patriarchats von Moskau, Metropolit Hilarion Alfeyev schon im März 2011 von einer "strategischen Allianz" in Lebensschutzfragen zwischen den beiden Kirchen gesprochen. Mit der großangelegten Pilgerreise der Ikone hat diese Vision nun ihre erste konkrete Ausprägung gefunden. Denn die Ikone ist als Geschenk von der polnischen an die russische Lebensrechtsbewegung gedacht.

Schon Papst Johannes Paul II. sprach von einer "Kultur des Lebens", die es am Beginn des 21. Jahrhunderts zu bewahren gelte. Je mehr in unserer Gesellschaft das Recht auf Leben infrage gestellt wird, desto mehr sind die Christen aller Konfessionen aufgerufen, auf Gott als den Herrn allen Lebens hinzuweisen. Eine Gelegenheit zu einem derartigen Zeugnis bot sich für über 100 Christen verschiedener Konfessionen am heutigen Montag in der Ursulinenkirche, direkt am Erfurter Anger.

Unter Leitung des Domkapitulars Christoph Hübenthal, unterstützt von Domvikar Drapatz und P. Helmut Leonhard CFM wurde die Ikone im Erfurter Ursulinenkloster im Empfang genommen und feierlich in die Kirche geleitet. Nach gesungenem Mittagsgebet und der anschließenden Heiligen Messe blieb noch fast eine Stunde Zeit zur stillen Verehrung, ehe die Ikone ihre Reise nach Leipzig fortsetzte.


Text: Ralph Heiligtag und André Schneider
Fotos: Uta Hildebrandt